Knapp 100 Betriebe in Baden-Württemberg züchten Limpurger Rinder im Herdbuch. Knapp 10 % der Herdbuchkühe stehen in Milchviehbetrieben, der überwiegende Anteil der Tiere wird in Mutterkuhbetrieben gehalten. Hier stellen wir einzelne Betriebe kurz vor.

Steinäckerhof der Familie Schupp in Unterrot bei Gaildorf
Inhaberin Madlen Schupp bewirtschaftet den Bioland-zertifizierten Betrieb zusammen mit Familie und Altenteiler im Nebenerwerb. Von den 26 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche sind 22 Hektar Grünland und Streuobstwiesen. Diese liegen im Rot- und Kochertal und an den umliegenden Hängen. Darauf weiden ca. 7 Limpurger Mutterkühe mit Nachzucht. Ein sorgsam ausgesuchter Deckbulle läuft in der Herde mit. Ausgewählte Rinder und junge Bullen werden zur Zucht verkauft. Schlachttiere werden teils direkt oder über Rebio und BESH vermarktet. Bei Tieren für die Direktvermarktung / Hofschlachtung wird der Kugelschuss auf der Weide angewandt. Damit wird Stress vermieden und eine optimale Fleischqualität erzielt. Seit 1992 werden Limpurger Rinder auf dem Steinäckerhof gehalten. Auf Grund ihrer Eigenschaften sind sie bestens für die Mutterkuhhaltung geeignet. Darüber hinaus ist es ein persönliches Anliegen der Familie, diese vom Aussterben bedrohte Rasse in ihrem ursprünglichen Gebiet – das Limpurger Land- durch deren Haltung und Vermarktung zu erhalten.
Außerdem werden auf dem Betrieb Coburger Fuchsschafe und Hühner gehalten. Auf den 4 Hektar Ackerland wachsen Weizen, Dinkel und Luzerne. Neben der Landwirtschaft gehören auch eine Hofbäckerei und ein Hofladen zum Betrieb. Mit diesem Angebot ist Familie Schupp Naturpark-Partner des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald. Weitere Informationen und Kontakt: www. steinaeckerhof-schupp.de
Der „Hohwiesenhof“ von Harald und Elke Glasbrenner in Tüngental ist ein kleiner Hobbybauernhof im Südosten von Schwäbisch Hall. Der Hof (nur Stall-/Wirtschaftsgebäude) ist dieses Jahr 18 Jahre alt. Im Dezember 2005 entschieden wir uns sehr kurzfristig für die Betreuung und Übernahme von drei reinrassigen und heimatlos gewordener Limpurger Kühen. Im Herbst 2007 wurde ein neuer Rinder-Laufstall auf dem Hohwiesen-Grundstück in Ortsrandlage gebaut. Wir bewirtschaften knapp 9 ha Grünland und Weideflächen – vor allem Streuobstwiesen. Wir sind inzwischen eine der letzten Hofstellen im Dorf, mit der Möglichkeit Tiere hautnah zu erleben. Mit den derzeit drei Limpurger Mutterkühen mit ihren Nachzuchten und einem Bullen sind wir Mitglied bei der Züchtervereinigung Limpurger Rind e.V. und der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung bedrohter Nutztierrassen). Unsere Obstbaumwiesen sind untrennbar mit der Limpurger Mutterkuhherde verbunden. Durch die Beweidung in den Sommermonaten wird auf großartige Art und Weise gleich mehrfach „Altes Kulturgut“ erhalten.


Das Hohenloher Freilandmuseum in Wackershofen hält und züchtet Limpurger Rinder. Historisches Kulturgut erhalten, das gilt auch für die Zucht einheimischer gefährdeter Nutztierrassen. Bei gutem Wetter können die Besucher die Kühe und ihre Kälber auf der Weide bestaunen. Das Museum bietet auch eine ideale Plattform für die Öffentlichkeitsarbeit – so findet dort traditionell am Backofenfest im September unsere Jungviehprämierung statt.